Ältere Dame sitzt in ihrer aufgeräumten Berliner Wohnung am Tisch und bespricht mit einer Angehörigen die Unterlagen zur ambulanten Pflege
Kosten & Finanzierung

Was kostet ambulante Pflege in Berlin? Kosten, Zuschüsse & Eigenanteil 2026

Aktualisiert am 23. Juli 202610 Minuten Lesezeit

Die kurze Antwort: Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse den Großteil der ambulanten Pflege. Für die Betreuung durch einen Pflegedienst stehen 2026 je nach Pflegegrad zwischen 796 und 2.299 Euro im Monat als Pflegesachleistung zur Verfügung. Ein Eigenanteil entsteht erst, wenn die tatsächlichen Leistungen dieses Budget übersteigen.

Wie viel Sie am Ende selbst zahlen, hängt also nicht vom Wohnort ab, sondern vom Pflegegrad, vom Umfang der Pflege und davon, ob Sie Pflegegeld, Sachleistung oder eine Kombination wählen. Dieser Ratgeber rechnet die Beträge für 2026 durch, erklärt den Unterschied zwischen Pflege- und Krankenkasse und zeigt, wo Familien in Spandau und Charlottenburg zusätzlich sparen können.

Wer zahlt was: Pflegekasse, Krankenkasse und Eigenanteil

Ambulante Pflege wird in Berlin aus mehreren Töpfen finanziert, und das ist der Grund, warum viele Angehörige die Kosten zunächst schwer einschätzen können. Die drei Quellen sauber zu trennen, macht die Rechnung überschaubar.

Die Pflegekasse zahlt für die Grundpflege und die Betreuung: Waschen, Ankleiden, Hilfe beim Essen, Mobilität, Hauswirtschaft. Diese Leistungen laufen über die soziale Pflegeversicherung (SGB XI) und setzen einen anerkannten Pflegegrad voraus. Die Krankenkasse zahlt dagegen die medizinische Behandlungspflege (SGB V): Medikamente stellen und geben, Injektionen, Wundversorgung, Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen. Diese Leistungen muss ein Arzt verordnen, und sie sind unabhängig vom Pflegegrad. Der Eigenanteil ist schließlich das, was übrig bleibt, wenn die tatsächlichen Kosten über den Zuschüssen der Kassen liegen.

Wichtig für die eigene Kalkulation: Ein Pflegegrad ist die Eintrittskarte zu den Leistungen der Pflegekasse. Wer noch keinen hat, sollte ihn zuerst beantragen. Wie das in Berlin abläuft, erklären wir Schritt für Schritt im Ratgeber zum Pflegegrad-Antrag.

Leistungen der Pflegekasse pro Monat 2026

Ab Pflegegrad 2 haben Sie die Wahl: Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige oder Pflegesachleistung für einen ambulanten Pflegedienst. Die folgenden Beträge wurden zuletzt Anfang 2025 angehoben und gelten 2026 unverändert.

PflegegradPflegegeld / MonatPflegesachleistung / Monat
Pflegegrad 1kein Pflegegeldkein Sachleistungsbetrag
Pflegegrad 2347 €796 €
Pflegegrad 3599 €1.497 €
Pflegegrad 4800 €1.859 €
Pflegegrad 5990 €2.299 €

Pflegegeld erhält, wer privat gepflegt wird. Die Pflegesachleistung rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab. Beides lässt sich als Kombinationsleistung anteilig verbinden.

Pflegegeld oder Pflegesachleistung: der Unterschied

Das Pflegegeld ist eine feste monatliche Zahlung an die pflegebedürftige Person selbst. Sie ist gedacht als Anerkennung für Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die die Pflege übernehmen. Über die Verwendung entscheidet die Familie frei, es gibt keine Rechnungen und keine Nachweispflicht über die Ausgaben.

Die Pflegesachleistung ist dagegen ein zweckgebundenes Budget für einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst. Der Dienst erbringt die vereinbarten Leistungen und rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Sie bekommen dieses Geld also nicht auf Ihr Konto, sondern in Form von Pflege. Das Budget ist deutlich höher als das Pflegegeld, weil professionelle Pflege mehr kostet.

Für viele Familien in Spandau und Charlottenburg ist die Kombination beider Leistungen die praktischste Lösung. Wenn zum Beispiel der Pflegedienst morgens die Körperpflege übernimmt und Angehörige den Rest des Tages abdecken, wird nur ein Teil der Sachleistung verbraucht. Für den ungenutzten Anteil wird anteilig Pflegegeld ausgezahlt.

So funktioniert die Kombinationsleistung

Die Kombinationsleistung klingt kompliziert, folgt aber einer einfachen Logik: Nutzen Sie zum Beispiel 60 Prozent Ihres Sachleistungsbudgets für den Pflegedienst, bleiben 40 Prozent des Budgets ungenutzt. Für diese 40 Prozent zahlt die Pflegekasse anteilig das Pflegegeld aus.

Ein Beispiel bei Pflegegrad 3: Das Sachleistungsbudget beträgt 1.497 Euro, das Pflegegeld 599 Euro. Verbraucht der Pflegedienst die Hälfte der Sachleistung, wird zusätzlich die Hälfte des Pflegegeldes, also rund 300 Euro, an die pflegebedürftige Person ausgezahlt. So werden professionelle Pflege und die Unterstützung durch Angehörige finanziell verbunden.

Den genauen Prozentsatz Ihres Verbrauchs müssen Sie nicht selbst ausrechnen. Der Pflegedienst und die Pflegekasse verrechnen das monatlich. Wir bei Spandovia Pflege besprechen mit jeder Familie im Voraus, welche Aufteilung zur konkreten Situation passt.

Wann entsteht ein Eigenanteil und wie hoch ist er?

Ein Eigenanteil entsteht immer dann, wenn die tatsächlich erbrachten Pflegeleistungen teurer sind als das Sachleistungsbudget des jeweiligen Pflegegrades. Solange die Leistungen des Pflegedienstes innerhalb des Budgets bleiben, zahlen Sie für die Grundpflege nichts aus eigener Tasche.

Anders als in einem Pflegeheim gibt es in der ambulanten Pflege keinen festen, pauschalen Eigenanteil. Der Betrag hängt allein davon ab, wie viel Pflege tatsächlich in Anspruch genommen wird. Wer wenig Unterstützung braucht, bleibt oft ganz im Budget. Wer sehr umfangreiche Pflege benötigt, kann über das Budget hinauskommen und zahlt die Differenz selbst.

Eine seriöse, auf den Euro genaue Vorhersage des Eigenanteils lässt sich nur nach einem Blick auf den konkreten Pflegebedarf treffen, weil jeder Leistungskomplex einzeln abgerechnet wird. Lassen Sie sich deshalb vor Beginn einen individuellen Kostenvoranschlag geben. Ihre Pflegekasse und Ihr Pflegedienst erstellen diesen kostenfrei.

So halten Sie den Eigenanteil niedrig

Diese Stellschrauben helfen Berliner Familien, die Kosten der ambulanten Pflege im Rahmen zu halten:

  • Pflegegrad frühzeitig beantragen, damit das Sachleistungsbudget überhaupt zur Verfügung steht. Die Leistungen gelten ab dem Monat der Antragstellung.
  • Den Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat gezielt für Betreuung und Hauswirtschaft einsetzen, statt ihn verfallen zu lassen.
  • Behandlungspflege immer ärztlich verordnen lassen, damit sie über die Krankenkasse läuft und nicht das Pflegegrad-Budget belastet.
  • Kombinationsleistung nutzen, wenn Angehörige einen Teil der Pflege übernehmen, um ungenutzte Budgetanteile als Pflegegeld zu erhalten.
  • Einen Kostenvoranschlag einholen und die Leistungskomplexe so zuschneiden, dass das Budget möglichst gut ausgeschöpft, aber nicht überschritten wird.

Der Entlastungsbetrag: 131 Euro extra im Monat

Zusätzlich zum Pflegegeld oder zur Sachleistung steht jedem Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 ein Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat zu. Dieses Geld ist zweckgebunden für Betreuungs- und Entlastungsangebote, etwa stundenweise Betreuung, Begleitung bei Spaziergängen oder Unterstützung im Haushalt.

Der Entlastungsbetrag wird nicht bar ausgezahlt. Sie reichen die Rechnungen anerkannter Anbieter bei der Pflegekasse ein und bekommen die Kosten bis zu 131 Euro monatlich erstattet. Nicht genutzte Beträge sammeln sich für einige Monate an, bevor sie verfallen. Gerade bei Pflegegrad 1, der kein Pflegegeld vorsieht, ist dieser Betrag oft die wichtigste finanzielle Unterstützung.

In Spandau und Charlottenburg kombinieren viele Familien den Entlastungsbetrag mit der hauswirtschaftlichen Versorgung. Mehr dazu auf unserer Seite zur hauswirtschaftlichen Versorgung und in der Übersicht unserer Leistungen.

Ambulante Pflege in Spandau und Charlottenburg

Die Höhe der Zuschüsse ist bundesweit gleich, egal ob Sie in Spandau, Charlottenburg oder anderswo in Berlin wohnen. Regionale Unterschiede gibt es nur bei den Vergütungssätzen, die Pflegedienste mit den Pflegekassen aushandeln. Diese Sätze sind für zugelassene Dienste in Berlin einheitlich geregelt, sodass die Abrechnung transparent bleibt.

Spandovia Pflege ist in Berlin-Spandau und Charlottenburg zu Hause und rechnet Pflegesachleistung und Behandlungspflege direkt mit Ihrer Pflege- und Krankenkasse ab. Sie erhalten vor dem Start einen klaren Kostenvoranschlag und wissen genau, welcher Anteil, falls überhaupt, als Eigenanteil bleibt. Wer unsicher ist, welche Leistungen und welches Budget zur eigenen Situation passen, kann unseren kostenlosen Bedarfs-Check nutzen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu den Kosten ambulanter Pflege

Die wichtigsten Antworten zu Zuschüssen, Eigenanteil und Finanzierung in Berlin.

Ohne anerkannten Pflegegrad beteiligt sich die Pflegekasse nicht an der Grundpflege. Sie können einen Pflegedienst dann als Selbstzahler beauftragen und zahlen die Leistungen vollständig selbst. Ärztlich verordnete Behandlungspflege wie Wundversorgung oder Medikamentengabe übernimmt aber auch ohne Pflegegrad die Krankenkasse. Sinnvoll ist es, zeitnah einen Pflegegrad zu beantragen, weil die Leistungen ab dem Monat der Antragstellung gelten.

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